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Montag, 26 Dezember 2011 15:22

Liebig - Chemische Briefe. Dritter Brief.

Freigegeben in Lesebuch
Dienstag, 27 Dezember 2011 18:52

Liebig - Chemische Briefe. Vierter Brief

Freigegeben in Lesebuch

yetis lesebuch


Basilius Valentinus

Von der Meisterschafft

der sieben Planeten

Von der Meisterschafft der sieben Planeten / Ihren Wesen / Eigenschafften / Krafft und Lauff /
Auch ihren verborgenen Geheimnissen und Verwandelung / ec.

Basilius Valentinus.
Tractat von dem grossen Stein der Uhralten, daran so viel tausendt Meister anfangs der Welt hero gemacht haben...

[Leipzig]: In verlegung J. Apels, 1612.


Von dem ersten und höchsten Planeten

SATURNO

Ich komm vom höchsten Himmel her /
Und scheine oben weit und fern /
Daß man mich kaum erkennen kan /
Im Sinn bin ich ein Wunderman /
Hab gar ein melancholisch Art /
Davon hab ich mein greissen Bart /
Der Sambstag ward mir zugethan /
Wie er sein Nahm von mir bekam /
Mein Lauff der ist gantz Circkelring /
Denselben in dreissig Jahren vollbring /
Fünff Tag / sechs Stund gehörn auch darzu

Noch kan ich haben keine Ruh /
Der Steinbock und der Wassermann /
Die zween sind mein Unterthan /
Ein schön Granaht Stein klar und hell /
Gab mir mein Engel Oriphiel.
Ich sitz und rechne Tag und Nacht /
Wie ich viel Gut bekommen mag /
Wie thun die alten Geitzigen gleich /
Die nimmer können werden reich /
Drumb heißt mein Kunst Astronomey /
Zu rechnen was für Farb ich sey /
Da findst du schwarz / weiß /gelb / und roht/
Bestehn aber nicht in der Noht.
Mein Geist ist süß / kalt wie ein Eiß/
In rauben / stehlen hab ich Preiß.
Da gebunden aber wird der Geist /
So thu ich auch was ich verheiß /
Kan zähmen / ändern / und auch binden /
Das sonsten alles bleibt dahinden.
Fides die Tugendreich solchs lehrt /
Wie ich im Alter ward bekehrt /
Mein Steltzen warff ich von mir weg /
Daß ich ohn sie ging meinen Weg /
Ein rothes Oel domahls drauß war /
Per extractionem offenbahr /
Distillirt darnach gantz lauter hell /
Das Band Mercurium bald und schnell /
So fix und standhafft seinen Geist /
Gleich wie das feine Silber weiß /
Daß solchs zu einem Pulver war /
Entgangen aller Sorg und Gfahr /
Doch nimb dir gantz und gar zu Sinn /
Daß kein gemeines Bley ich bin /
Sondern viel einer andern Art /
Wie dir mein Büchlein offenbahrt /
Bereit auß einem Mineral /
Rechnest du recht / trifft du die Zahl /
zu probirn bin erkohren ich /
Wer mich besteht / behält den Stich /
Und kan den Himmel nicht erlangen /
Davon ich zwar bin außgegangen /
Ich citir das flüchtig all zurecht /
Das danck mir alten greisen Knecht /
Unfixen Metallen bin ich ein Todt /
Und führe sie in Angst und Noht /
Aber wer mich recht sucht und kennt /
Geb ich genug biß an sein End.
Mein Sense scharf haut alles ab /
Hiermit sag ich der Welt schab ab.

Von dem andern Planeten

J O V E.

Vor Zeiten macht ich viel Leute gelehrt /
Daher man für ein Gott mich ehrt /
Und sonderlich den Donnerstag
Für andern ich geehret ward /
Den Tag ich stetigs noch erwehl /
Mein Engel heißt Zachariel,
An meinem Hoff hab ich viel Leut /
So all von mir begehrn Außbeut /
Zur Haltung ihr Hauß / Hoff und Tisch /
Mein Unterthan sind Schütz und Fisch.
Recht sprech ich Reich und Armn Sententz /
Wann ich sitz in der Audienz /
Drumb mir der Scepter zwar gebührt /
Rhetorica mein Zunge führt /
Und setzt mir auff ein Lorbeer-Krantz /
Setziert mir Rosen gar und gantz /
Darzuein schöne güldne Kron /
Versatzt mit dem Topasion,
Damit man übt / daß ich ein Herz /
Die Spes verläßt mich nimmermehr /
Ich kleide / weiß / gelb und blau /
In Winterszeiten auch wol grau /
Mein Reiß verricht ich also gschwind /
In zwölff Jahren mein Lauff vollbring.
Wer da ist fern und weit bekandt /
Der findet mein Schatz in Engelland /
Da muß ich fahren über Meer /
Das Wasser ist gesaltzen sehr.
Mein Geist / mein Seel / und auch mein Leib /
Künstlich und subtil von einander scheid /
Und füg sie wieder gar in ein /
Mach sie zu einem Pulver klein /
Vermische recht nach dem Gewicht /
Andern Metallen recht zugericht /
So wirst du dann befinden recht /
Das ich ein Herr / und nicht ein Knecht /
Sondern alles gleich mit vermag /
Was Gott uns Glück vergönnet hat /
Drumb halte Jovem recht in ehrn /
Er kan dir alles guts beschern.

Von dem dritten Planeten

MARTE.

Da ich die gantze Welt durchzog /
Mit meinem lagen Spiesse hoch /
Und manchen Krieg lieff auf und nieder /
Darnach auch kam zu Hause wieder /
Brachte mit mir ein gute Beut /
Da kohren mich alle Kriegsleut /
Für einen Hauptmann in das Feld /
Von mir wolt jederman habn Geld.
Das brachte mir gar manchen Strauß /
Groß Stück und Unglück stund ich auß/
Da Samuel der Engel gut /
Mich damals nicht gehabt in hut /
Ich were lang in Todt gerahten /
Und geben einen Hellebraten /
Aber ich sag noch Lob und Danck
Meim Gott / der mir den Engel fand /
Und ob gleich Widder / Scorpion /
Im Kriege sind mein Unterthan /
So haben sie doch manchen Griff /
Im Zuge wider mich gericht /
Und da sie mir nichtwern entgangen /
Ich wollt sie an die Bäum lan hangen /
Mein Schwerdt ist eitel lauter Stahl /
Und blinckt wie ein Rubin so klar /
Der auch darin versetzet ist /
Dasselb gar manchen Mann auffrist /
Dringt durch männlich und unverzagt /
Durchauß nach keinem Menschen fragt.
Bey Friedenszeit bin ich nicht froh /
Mein Tugend heißt Fortitudo,
Wann ich bracht werd umb Leib und Lebn /
So wil ich all mein Güter gebn
Meiner Frau Königin hochgebohrn /
Venus gantz milde außerkohrn /
Die mag solchs ferner thun verehrn /
Mein edelst Kleid das ist gantz roht /
Wie Purpurfarb bekleidet hoch /
Darauß wird eine Artzeney /
Bereitet zu viel Sachen frey /
Doch ich allein kan nichts verrichten /
Wann mein Geselln nicht bey mir pflichten /
Dann unser mehr muß seyn zu hauff /
In zwey Jahren ich meinen Lauff /
Gäntzlich vollend und thu vollführen /
Eh ich das End kan absolviren.
Auff einen Dienstag hab ich macht /
Daß mancher Mensche gar nicht acht /
Kein Flügel sind mir angebohrn /
Sie werden mir denn auserkohrn /
Daß ich mit fahr in Lufft und Wind /
Da die Berge am höchsten sind /
Auch da der Himmel hat ein End /
Und mich dann wieder nieder send /
Mach auß mir gleich ein Wind und Geist /
Der Venus mich gäntzlich verheiß /
Dann wirst du sehn obs sey erlogen /
Daß Sol und Luna sind betrogen /
Doch muß´ich seyn standhafft gemacht /
Sol ich vollführen meinen Pracht.

Von dem vierdten Planeten.

SOLE.

Die gantze Welt mit meinem Schein /
Geb ich Leuchtung allein gemein /
Beyd bös und fromb die blick ich an /
Und sehe keine Person an /
Mein Lauff ich also bald verricht /
Drumb man solchs gar kan sehen nicht /
In hundert sechtzig und fünff Tag /
In solchen gar vollbringen mag.
Auch kan wohl werdn auß meinem Kleid /
Ein Wasser hertzlich zubereit /
Das in gar kurtz geringer Stund /
Manchen Menschen macht frisch und gesund /
Der Schlüssel aller Heimlichkeit /
An mir allein gäntzlich nur leid /
Der mir aus Gottes Gnad Gewalt /
Vom Engel Michael zugestalt /
Mein Kunst gehört zur Grammatika,
Liß recht im Buch / so findst dus da /
Dann wirst du mir wahr müssen geben /
Daß Justitia noch ist am Leben /
Und jederzeit noch schwebet oben /
Wiewol sie offtmahls wird betrogen /
Mein Sohn führt ein Carbunckelstein /
So nicht jedermann ist gemein /
Wenn ich Raht halt mit Potentaten /
Ist mir der Sontag stets geraten.
Löse auff meinen fixen Leib
Und darauß ein Mercurium treib /
Und gib ihm zu des Weibes Blut /
Davon ich selbsten hab mein Gut /
Speiß uns beyde mit Saltz gantz recht /
Die zugehört meinem Geschlecht /
So wirst du finden in deim Sinn /
Ob ich nicht rechter König bin.
O Mohn / es ist mein höchste Bitt /
Daß du mich wollst verlassen nicht /
Weil Venus schon ist auff dem Plan /
Dein Zier und Schmuck zu ziehen an /
Wiewohl wir beyde sämptlich gleich
Von ihr geziert und worden reich /
Dem denke nach gantz fleissig stet /
Das laß ich dir hier zum Valet.

Von dem fünfften Planeten

VENERE.

Der Venus-Stern mein Nahme heißt /
Mein Wirckung ich stetig beweiß
Bey denen, so sind meine Kind /
Und gschossen von meim Sohne blind /
Der Cupido anfangs ward genandt /
Sein Pfeil fliegen in alle Land /
Das zeigen Mann und Weiber zwar /
So sich der Lieb ergeben gar /
Die Music ist mein freye Kunst /
Die ich regier durch Liebes-Brunst /
Mit Seitenspiel beweiß ich daß /
Drumb heißt mein Tugend Charitas,
Ich speiß mich gern mit gutem Wein /
Und muß stetigs in Freuden seyn /
All Kurzweil so man kann erdencken /
An meinem Hoff gehn all in Schwencken /
Mein himmlich Haus ist Wag und Stier /
Die ich in meim Wapen führ /
Mein Lauff am hohen Firmament /
In dreyhundertfünffig Tagen vollend /
Anael mein Engel ist /
Der mich bewahret für aller List /
Hat mir geschenckt ein Edlen-stein /
So da Smaragd heißt in gemein /
Durchsichtig / grün / lieblich von Glantz /
Bin ich von Farben gar und gantz /
Doch stickt in mir ein rother Geist /
Kein Nahmen weiß ich wie er heißt /
Den ich von meinem Mann bekam /
Dem streitbaren Marte lobesam /
Da ich noch war ein Mineral /
Der Erden zu vergleichen gar /
Nun bin ich aber ein hitzigs Feuer /
Ein Ertzeney kräfftig und theuer /
Dazu mich hat Gewalt gebracht /
Daß ich erlangt eine neue Krafft /
Den Athem / so ich blaß mit Macht /
Wann davon trinckt der alte Drach /
So geb ich ihm ein neue Seel /
Und werde gar ein herzlichs Oel /
Darauß ein Tinctur wird bereit /
Mit seines gleichen hoch bekleidt /
So ferben kan das weiß in roht /
Solch fixes Pulver hilfft in Noth /
Mein Bräutgam ist die klare Sonn /
Davon bekomm ich Freud und Wonn /
Und er von mir hinwiederumb /
Stärk / Macht und Krafft / und auch Reichthumb/
Solch Erb und Gut bekompt mein Sohn /
Und bulet mit dem kalten Mohn /
Er wärmt der Luna ihren Leib /
Auff daß da schwanger wird das Weib /
Und hinterlassen kan ein Zucht /
Mit viel unzahlbar guter Frucht /
Der tausend wirds nicht würdig seyn /
Was in mir steckt für groß Geheim /
Das hier zu guter Nacht ich sag /
Der Freytag hat sein eigen Tag /
Drumb last Frau Venus nur passiren /
Sie kan dich noch in Reichthumb führen.

Von dem sechsten Planeten.

MERCURIO.

Den Mittwochn zwar hab ich erkohrn /
Wie ich anfänglich war gebohrn /
Gab bald der Erden gute Nacht /
Und nach eim höhern Stande tracht /
Verließ sie damahls gantz und gar /
Ob gleich dieselb mein Mutter war /
Und suchte Freundschafft in der Lufft /
Flog bald davon durch Wind und Dufft /
All Farben / so sind in der Welt /
Mein Mutter hat mir zugestellt /
Drumb gab mir Raphael ein Cristall /
Darauß zu machen was ich wol /
Weil solche nimbt all Farben an /
So man nicht all erzehlen kan /
Jungfrau und Zwilling habens vollführt /
Das die Cristall koaguliert /
Raphael gabe aber Macht /
Mich wieder in Mercurium bracht /
Kalt und warm ist alls in mir /
Ich steh / lauff auch bald hin und her /
Bin gar ein abentheuerlich Mann /
Daß man mich nicht ausrechnen kan /
Dann wie ich hielt ein Disciplin /
Arithmetic war der Schüler mein /
Der all sein Kunst von mir nur hat /
Empfangen durch Gottes Gnad /
Mein Gang verricht ich auf der Fahrt /
In dreyhundert fünffzig Tag /
Und wann die Welt wer noch so weit /
Mit vielen Künsten zubereit /
So wird kein Mensch den grossen Stein /
Machen / ich muß dabey seyn /
Versteh / du seyst Herr oder Knecht /
Merck auff / vernimb mein Red jetzt recht /
Und hab wol acht auff meinen Sinn /
Gemein Quecksilber ich nicht bin /
Gebohrn von einer edlen Art /
Ehe ich zu einem Adler wart /
Jetzt hab ich Flügel wunderbar /
An Händ und Füssen / Häupt und Haar/
Darzu auch an meim gantzen Leib /
Bin ich mit Federn gantz bekleidt.
Da nun ein Mensche wer so klug /
Der mit Verstand und gutem Fug /
Verschaffen könt mir abzuschiessen /
Der wird mein trefflich wol geniessen /
Und haben könt mehr Gut und Geld /
Als glauben möcht die gantze Welt /
Viel Leute aber diese Schrifft /
Versporten werden / wissen nicht /
Was Anfang / Mittel oder End /
Ehe sie erfahrn / was ich vollend.
Ich wil mich nun auffschwingen thun /
Von hinnen in den höchsten Thron /
Und wieder steigen zu der Hellen /
Zu meinen andern sechs Gesellen /
Wil zusehn / wies eim jeden geht /
Ob er auch Frost und Hitz besteht /
Auch ob sie mich treulich wollen / pflichten
Daß ich das höchste kan verrichten /
Und da mich dann der König bhält /
So bleibt er Herr der gantzen Welt /
Das kan Ruperto auch gelingen /
Drumb magst du wol das Credo singen.

Von dem siebenden Planeten

LUNA.

Wann ich nicht wer ein weiblich Bild /
Dem König zugethan so mild /
Wo wolt doch bleiben sein Geschlecht /
Das ich erhalten muß sein recht.
Mein kalter Leib ist wunderbar /
Denn mir erwärmt der König klar /
Darzu Venus Anreitzung gab /
Daß ich erstlich mein Willn drein gab /
Gabriel mir Verkündigung that /
Daß ich dem König verlobet ward /
Und brachte mir ein Stein so theuer /
In Gold gefaßt / war ein Sapier /
Durchsichtig blau / von Farb geziert /
Des Königs wegen mir verehrt /
Und sagt mir bey der Treue mein /
Daß ich des Königs Weib solt seyn /
Darauff solt ich mich resolviren /
In all sein Guht wolt er mich führen /
Mein beste Kunst die brauch ich da /
Welche heißt Dialectica,
Und red wie einem Weib gebührt /
Prudentia mich instituirt /
Verheiß ihn zwar mein edlen Leib /
Biß uns der Todt von einander scheid /
Und ich vollbracht mein Lauff gar hab /
Geschicht in zwanzig sieben Tag /
Sieben Stund und zwantzig drey Minut /
Den Circkel gantz durchlauff so gut /
In neunzehn Jahren auff dem Plan /
Dann sah ichs wieder auffs neue an /
Und wann ichs rechne umb und umb /
So kom ich alle Monat rumb /
Mein Seel / mein Geist und meinem Leib /
Hab ich meim König zugeeignt /
Dasselb auff einen Montag war /
Wie ich ihm zugesaget gar /
Dem Menschen bring ich grosse Kraft /
So ich potabil werd gemacht /
Bin innen blau / und aussen weiß /
Wann ich erlang den fixen Preiß /

So kleidet mich Venus zu hand /
In Scharlach und Purpur Gwand /
Das sie doch von dem Marti hat /
Erlangt / durch Bitt und grosse Gnad.
Uns so man Spießglas wolte fragen /
So würd der Sulphur auch was sagen /
Hiemit nun scheide ich von hinnen /
Ein ander mag auch etwas finden /
Zuletzt macht man doch das Gelack /
Exitus acta probat.
Das ist stettgs gewest mein Reim /
Bey Tag und auch bey Mond es scheint.
Flieg doch gleich durch das Firmament /
Endlich find sichs doch bald am End.

Bilder aus "Das Stundenbuch des Duc du Berry"


Published by themamundi 2003 / 2011

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